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Billigkleidung aus China


Billigkleidung-China

Modische T-Shirts zum Preis einer Tageszeitung, trendige Kleider für 8 Euro und Jeanshosen zum Schnäppchenpreis. Unsere Gesellschaft liebt es, Klamotten möglichst günstig einzukaufen. Dabei wundern sich jedoch die wenigsten, wie diese absurd niedrigen Preise eigentlich zustande kommen und welche Qualität und Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern für so kleines Geld überhaupt erwartet werden können. Wieso auch? Hauptsache, die Kleidung ist günstig und jeder schnelllebige Trend kann schon mit kleinem Budget mitgemacht werden. Doch nicht nur Menschen, bei denen das Geld knapp ist und die eigentlich keinen Cent mehr für Bekleidung übrig hätten, greifen bei den Billigwaren zu, sondern auch Frauen (und zunehmend Männer) mit Durchschnittseinkommen lassen sich von den günstigen Preisen immer wieder verführen.

Doch es lohnt sich, einmal etwas länger über die Herkunft und Qualität der Billigkleidung nachzudenken und zu überlegen, ob es sich nicht doch lohnt, ein paar Euro mehr in Klamotten zu investieren.

Prekäre Arbeitsbedingungen in chinesischen Fabriken

Der Reiz hinter den Billigklamotten liegt darin, dass sie wirklich cool und trendig aussehen. Da selbst die günstigsten Ketten vernünftige Designer einstellen, um die Produkte zu entwerfen, lassen sich brandaktuelle Stile für wenig Geld shoppen. Doch die Kleidung kann nur so billig sein, weil sie in Niedriglohnländern produziert wird. In China, Bangladesch oder andernorts sitzen Näherinnen und nicht selten auch Kinder und stellen unter prekären Arbeitsbedingungen die Kleidung her, über deren supergünstige Preise wir uns dann freuen. Viel zu leicht ist es ja auch, die Realität hinter der Billigkleidung zu verdrängen. China ist schließlich sehr weit weg. Weitsicht sieht anders aus.

Unmenschlich und für Frauen vielfach untragbar

In den sogenannten Sweatshops werden Frauen weltweit gezwungen, übermenschlich lange zu arbeiten, notfalls werden sie eingesperrt und sexuell belästigt. Von dem Hungerlohn, den sie für ihre Arbeit erhalten, können sie kaum das tägliche Brot erwerben. Oft bleibt zum Essen aber ohnehin keine Zeit, denn nicht selten müssen ganze Nächte durchgearbeitet werden. Wenn die Frauen aufbegehren, wird ihr Lohn einfach einbehalten, um sie zum Weitermachen zu zwingen.

Voll von Chemikalien und gesundheitlich bedenklich

Dass Kinderspielzeug aus China gesundheitsschädlich ist und das Plastik, aus dem es hergestellt wird, Giftstoffe enthält, das ist vielen bekannt. Dass aber auch die Billigkleidung aus China voll von Chemikalien und gesundheitlich bedenklich ist, das scheint die wenigsten zu stören. Dabei können wir vor allem über die Haut viele gefährliche Giftstoffe, die beispielsweise aus der Farbe oder dem Material des Kleidungsstücks selbst stammen, besonders gut aufnehmen. Der Schadstoffeinsatz für die Produktion von Bekleidung ist in den asiatischen Produktionsländern kaum reglementiert. Kein Wunder also, dass verwendet wird, was möglichst billig ist. Über die gesundheitlichen Langzeitfolgen ist noch viel zu wenig bekannt.

Qualität als Fragezeichen

Hinzu kommt die mangelhafte Qualität der Billigkleidung aus China und anderen Ländern. Die Faustregel „Wer billig kauft, kauft zweimal“ trifft auch im Textilmarkt zu. Die minderwertigen Stoffe werden schlecht verarbeitet und halten meist maximal ein paar Wäschen aus.

Umdenken für ein verändertes Konsumverhalten

Ein Umdenken bahnt sich jedoch langsam – wenn auch zu langsam – an. Ähnlich wie beim voll im Trend liegenden Fair Trade Kaffee lege Konsumenten in Deutschland und ganz Europa zunehmend Wert auf fair produzierte und gesundheitsfreundliche Waren. Aktivisten und Menschenrechtler weisen immer wieder auf die Bedingungen in den Textilfabriken der Billiglohnländer hin und Verbraucherschützer kritisieren die Krebs- und Allergiegefahr, die von den Textilien ausgeht. Durch den Boykott von Billigketten und Discountern könnten die Unternehmen so unter Druck geraten, dass sie die Löhne und Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern anpassen. Doch das setzt erst einmal voraus, dass sich das Konsumverhalten in den westlichen Staaten ändert und billige und gesundheitsschädliche Kleidung keine Option mehr für trendbewusste Modefans darstellt.

Bildquellenangabe: sussitz / pixelio.de

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