Recht bei Kauf & Versand

Mit Original-Verpackung zurücksenden?

Eine häufige Frage, nicht nur im Modeversand führt immer wieder zu Irritation. Darf ich Schuhe oder andere Modeprodukte auch ohne Verpackung zurücksenden. Häufig bestehen die Versandhändler in Ihren AGB darauf, das Ware nur in der Originalverpackung zurück gegeben werden darf. Produkte, die ohne Original-Verpackung zurück gesandt werden, gelten bei den meisten Anbietern als unbeliebt und werden verweigert. Doch ist das eigentlich rechtens?

Problematik für den Modeversand

Ohnehin werden nur wenige Modeprodukte in einer speziellen Verpackung verschickt. Dennoch gibt es neben Schuhe auch hochwertige Artikel und Limited-Versionen, die mit einer aufwendigen Verpackung verschickt werden. Fehlt nun diese bei der Rücksendung an den Modeversand, entstehen für den Anbieter hohe Kosten. Häufig kann die Ware sogar nur noch mit Abschlag wieder verkauft werden. Aus diesem Grund ist fast immer im Onlineshop (nicht nur im Modeversand, besonders häufig bei Elektro) zu lesen, das eine Rücksendung nur in Originalverpackung erfolgen kann. Doch der Gesetzgeber sieht das allerdings anders.

Rücksendungen dürfen generell auch ohne Original-Verpackung erfolgen. Egal ob beim Modeversand oder Elektroshop. Klauseln in den AGB sind dahingehend unwirksam. Der Versand muss die Ware auch ohne Karton annehmen (siehe OLG Frankfurt, Urteil vom 10.11.2005, Az: 1 U 127/05). Grundsätzlich darf das Rückgabe- und Widerrufsrecht nicht durch eine derartige Einschränkung eingeschränkt werden. Eine Ausnahme besteht aber dann, wenn die Ware (Software, DVD, Video) versiegelt gewesen ist und die Ware entsiegelt wurde. In diesem Fall darf das Unternehmen die Rücksendung ablehnen. Rein aufgrund der fehlenden Original-Verpackung hingegen darf eine Ablehnung jedoch nicht erfolgen!

Wertverlust
Der Modeversand muss zwar die Ware auch ohne Originalverpackung annehmen, kann aber unter Umständen einen Wertverlust dem Kunden in Rechnung stellen. Das jedoch ist generell nur möglich, wenn der Modeversand dieses in seinen AGB erwähnt oder er den Kunden in einer anderen Form zum Widerrufsrecht belehrt hat.

(Bild: Rainer Sturm/pixelio.de)